Essay and text

 
 

The Refuseniks Quotidian by Shaheen Merali

„Im Schatten der Meinekestrasse“, Gespräch zwischen Ulrich Volz und Jochen Schmidt, 2009

 
 
 
 
 
 

„Im Schatten der Meinekestrasse“

Gespräch zwischen Ulrich Volz und Jochen Schmidt, 2009

Die Meinekestrasse führt in Berlin rechtwinklig vom Kurfürstendamm ab, an ihrem Ende steht ein Hotel aus den 60 Jahren des letzten Jahrhunderts, mittlerweile sind dort Psychiatrische Einrichtungen untergebracht. Seit 18 Jahren arbeitet Ulrich Volz dort als Betreuer in einem Rehabilitationsprojekt, die Arbeit dort hat ihm Zeit, Geld und Reife für malerische Arbeit gegeben im Gegenzug dazu hat er sich dort lange aufgehalten, Gespräche geführt und auf Wunsch der Klienten eine künstlerische Förderung begründet an der Bewohner, Betreuer oder auch Umwohner des Hauses teilnehmen.

In der CD sind die künstlerischen Gattungen aufgeführt in denen Ulrich Volz sich bewegt:

Bemalte Photographien: UV photographiert aus seiner alltäglichen Umgebung und aus den Medien, diese Photographien bearbeitet er am Kopierer und bemalt sie um sie zu akzentuieren.

Große Bilder: sie entstehen in seinem Studio meistens am Boden, sie sind auf die Untergründe direkt ohne Rahmenbespannung gemalt und greifen die Struktur des Untergrundes auf und entfachen ihn weiter, die Farben grenzen sich aquarellartig aneinander und weitere Farbschichten vertiefen oder erleichtern untere Entwicklungen. Die Bilder zeigen keine Figuren, Gesichter oder Gegenstände, durch die Verfließungen und Gewichtungen kann der/die Betrachter sie illusionieren. Auf einigen Bildern strukturieren wuschige Strudel die Oberflächen. Sie dienen als Fremdkörper in den Bildern und machen den Hintergrund zu einer Wand.

Mittelgroße und kleinere Bilder: sie sind auf Untergründe gemalt welche auf Keilrahmen gespannt sind, sie zeigen manchmal auch Gesichter, Figuren und Gegenstände, die Farbe läuft in verschiedene Richtungen und wird wieder aufgegriffen und andere Linien und Flächen entfalten sich, so können die Bilder an einigen Stellen schwerer oder leichter gemacht werden.

Aquarelle: Aquarelle sind wie Pendel gemalt einesteils mit Tuschezeichnungen welche sich mit  Farben erneuern und einfach nur  auf den Blättern sich irritierende Striche Punkte und Linien. Die Aquarelle weben oft den weißen Hintergrund mit ein und sind so nach außen offen.

Die im „Schatten der Meinekestrasse“ angesammelten Bilder weisen kein direktes Thema auf. Die, wenn dann aufgeführten Gesichter, Figuren oder Gesten entsprechen dem Ablauf der alltäglichen Zeit und verdichten sie eher durch die Mittel malerischer Möglichkeiten. In den abstrakteren Arbeiten tauchen aktualisierte Spannung, Lebendigkeit, Schwäche und Dehnung auf.