Joseph Beuys
„Palazzo Regale“
Dezember 1985

In dieser Installation hat uns Beuys sein künstlerisches Vermächtnis hinterlassen. Im Museo di Capodimonte in Neapel arrangierte er in zwei Vitrinen die für ihn wichtigsten Objekte seines Werklaufs als Künstler. Die sieben blinden Messingspiegel an den Wänden lassen den baldigen Abgang erahnen. Beuys stirbt drei Wochen später in Düsseldorf.

Der Inhalt der Vitrinen akzentuiert zwei Elemente, die in seinen Werken immer vorhanden waren und wie Beuys glaubt, in allen menschlichen Handlungen existieren sollten: die Feierlichkeit des Gefühls, dass wir in unserem Leben und in unseren Gesten souverän sind, und die Armut der Handlungen und der Arbeit eines jeden Augenblicks. All das wird in dieser Installation auf eine stille Art und Weise ohne viel Lärm zum Ausdruck gebracht. Die eben beschriebenen Elemente finden sich ebenso in Gestalt des „Palazzo Regale“ (königlicher Palast) und der Case cantoniere wieder. Ich hatte das Glück, ihn als Fotograf bei der Verwirklichung seines letzten großen Werkes zu begleiten. Auf seinen Wunsch hin habe ich begonnen case cantonière zu fotografieren. Daraus sollte ein weiteres gemeinsames Projekt entstehen, das aber leider nicht mehr zustande kam.

Beuys´ Zitat: „Als ich das erste Mal in Neapel ankam habe ich gedacht: Ich bin zu Hause angekommen. Alles was ich hier je gemacht habe steht in Bezug zur Idee der Katastrophe, die speziell im Süden immer präsent ist. Wenn ein jeder von uns dazu käme etwas zu erfinden, könnte der Mezzogiorno wieder ein glückliches Land werden, eine fruchtbare Gegend für die Kreativität.“

 
     
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